Von eigenen Gnaden

Auf nach Perricum

Auf nach Perricum

Nach dem nur knapp überstandenen Kampf in den Strassen Harkens machen sich die Gefährten sogleich daran, die Leichen der besiegten Gegner zumindest notdürftig zu verstecken. Als Tarmor und Adran einen der leblosen Körper an Armen und Beinen fassen, fällt dem Golgariten die verwelkte und schwarz verfärbte Quanione am Umhang des Praioten auf. “Was, bei Borons Gnade, ist geschehen?” fragt Adran, doch Tarmor wehrt ab. “Zu gegebener Zeit werde ich alle Deine Fragen so gut es mir möglich ist beantworten” erwidert der Praiosdiener. “Nur soviel: das Saatkorn ist, wie du dir sicher vorstellen kannst, sehr mächtig. Ich selbst weiß noch nicht genau, wie es seinen Einfluss ausübt. Doch ich gestehe, das es mich viel Kraft kostet den Einflüsterungen zu widerstehen. Und beim letzten Mal ist es mir nicht ganz gelungen. Bei der nächsten Gelegenheit bin ich euch allen wohl eine Erklärung schuldig! Aber jetzt müssen wir erst einmal verschwinden!”
In der Zwischenzeit ist es Graf Roderick gelungen, zumindest den Elfen Birel aufzuwecken, während Darrag immer noch in tiefer Bewusstlosigkeit versunken ist. Nach einigen Minuten und einigen Schlucken klaren Wassers aus dem Brunnen fühlt der Elf sich zumindest wieder so weit gestärkt, das er sich in der Lage fühlt alleine zu seiner Sippe zurückzukehren, und Sylandryl Sternensinger über die Geschehnisse zu informieren. Die Anwesenden sprechen dem tapferen Elfen ihren tief empfundenen Dank für seine unschätzbare Hilfe aus, doch der Elf wehrt ab. “Dankt mir nicht, denn noch ist nichts gewonnen. Ich habe nur das Richtige getan! Ich verspreche euch: zu gegebener Zeit werden wir uns wiedersehen!”. Der Elf wendet sich ab, und ist bereits nach wenigen Augenblicken, und ohne sich umzusehen in der Dunkelheit verschwunden.
Tarmor, der die Quanione inzwischen von seinem Umhang entfernt hat, wendet sich dem Grafen zu. Nacheinander fasst der Graf die Gefährten bei den Händen und spricht ihnen in kurzen Worten seinen ehrlichen Dank für seine Befreiung aus. Er beabsichtige, sich erst zum Haus des Stallmeisters Praiodan zu schleichen, dessen Loyalität er sich sicher ist. Dieser werde ihm helfen, aus Harken zu verschwinden und einen geeigneten Unterschlupf zu finden. Man wünscht sich gegenseitig viel Glück und den Beistand der Götter, und während der Graf im Schatten zwischen den Häusern von Harken verschwindet machen sich die Freunde zu ihren Pferden auf, die sie vor dem Betreten des Geheimgangs in der Nähe des Einstiegs versteckt hatten. Adran schultert den reglosen Körper Darrags, und nach einer Viertelstunde erreichen sie ohne Zwischenfälle ihre Reittiere. Mit einer Decke als Unterlage wird der Schmied auf dem Rücken von Adrans Pferd festgebunden. Squeech nimmt zunächst einen Platz hinter Tarmor auf dessen Pferd ein.
Im Schutze der Dunkelheit geben die Gefährten ihren Tieren die Sporen, um möglichst viel Strecke zwischen sich und Schergen des Eisernen Zirkels zu bringen. Vorbei an den nächtlichen Orten Auweiler und Bohlenburg halten sie auf die Trollzacken zu, und erreichen bei Sonnenaufgang die Ausläufer des Gebirges in der Nähe des Klosters Wolfskopf am gleichnamigen Wolfskofpass, dem sie für einige Meilen folgen. Endlich in den Trollzacken angelangt fühlen sie sich sicher genug, um das Tempo zu drosseln. In gemächlichem Schritt setzen sie ihren Weg über alte und teilweise in schlechtem Zustand befindliche Karawanenwege durch die Ausläufer des Gebirges fort. Am frühen Nachmittag erreichen sie einen breiten Talkessel, der durch seinen spärlichen Bewuchs zumindest den Tieren Nahrung bietet. Gerade wollen sie eine Rast einlegen, um sich selbst und und den Pferden eine Verschnaufpause zu gönnen, als ein riesiger Schatten über sie hinwegfegt.
DRACHEEEN!” schallt Lasses Stimme durch den Talkessel!
Nur mit einem kurzen Blick verständigen sich die Freunde, und geben gleich darauf ihren Pferden die Sporen, um die Flucht nach vorne anzutreten.

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Praesi Praesi

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