Von eigenen Gnaden

Eine folgenschwere Entscheidung

Eine folgenschwere Entscheidung

Unter der Führung des Grafen setzen Adran und Tarmor mit ihren geschulterten Gefährten Darrag und Birel den Weg durch den Nebentunnel fort, und erreichen nach kurzer Zeit einen Brunnenschacht, der nach oben führt. Wie im Schacht in der Burg ist der Tunnel mit einigen Brettern abgedeckt. Nachdem diese entfernt worden sind erkennen die Gefährten auch hier ein Seil, an dessen unterem Ende ein Eimer befestigt ist, der einen guten Schritt unterhalb der Helden auf dem Wasser des Brunnens dümpelt. Fünf Schritt über den Helden ist das Seil an einer Brunnenwinde befestigt. Von oben dringen Lasses Gebrüll, aufgeregtes durcheinanderrufen mehrerer anderer Personen und Waffenklirren in den Schacht. Ohne zu zögern steckt der Graf sein Schwert in den Gürtel, und klettert am Seil den Schacht nach oben, wobei er sich mit den Füßen an der Brunnenwand abstützt. Tarmor sieht, wie Roderick am oberen Rand des Brunnens kurz verweilt und sich umschaut. Dann zieht er sich über den Rand, um einen Augenblick später die beiden Geweihten heraufzuwinken. Diese tun sich, jeweils mit ihren Freunden auf den Schultern, zwar deutlich schwerer, erreichen aber dennoch leicht außer Atem das Freie. Graf Roderick von Harken greift mit helfender Hand jeweils beherzt zu, um die bewusstlosen Freunde über den Brunnenrand nach draussen zu ziehen.
Lasse in bedr ngnisIn geschätzten zwanzig Schritt Entfernung wütet Lasse wie ein Berserker inmitten vier gerüsteter Soldaten, als etwas abseits ein Mann in einer dunkelroten Robe hinter einer Hausecke hervortritt. Begleitet von unverständlichem Murmeln und mit den Händen gestikulierend schleudert er etwas, das aussieht wie eine Kugel aus wabernder Luft, auf den Thorwaler. Lasse zuckt zusammen, schreit auf, und sinkt gleich darauf von mehreren Schwerthieben getroffen zusammen.Lasse down
Erst jetzt scheinen die Soldaten die beiden Geweihten, den Grafen und die Bewusstlosen zu bemerken. Adran und Tarmor ziehen ihre Schwerter und bewegen sich langsam auf die Gegner zu. Der Graf bleibt zum Schutze der Bewusstlosen beim Brunnen. Auch die Soldaten bewegen sich jetzt auf ihre beiden Gegner zu. Sowohl dem Golgariten als auch dem Praioten ist klar, das es jetzt um Alles geht. Immer noch geschwächt und aus den Kämpfen in der Höhle und im Kerker verwundet stehen sie hier einer deutlichen Überzahl gegenüber. Nur noch fünf Schritte trennen die Kämpfer, als plötzlich zwischen den Häusern ein schriller Ruf ertönt: “SQUEEECH”! Ein Blitz zuckt zwischen den Häusern hervor, und trifft den ersten Soldaten, der mit einem Schmerzensschrei zu Boden geht. Doch der Blitz springt weiter von Soldat zu Soldat. Zwar wird kein Getroffener mehr niedergestreckt, doch der Blitz hat bei allen schweren Schaden hinterlassen.
Doch trotz der willkommenen Unterstützung durch Squeech ist die Lage alles andere als rosig: Lasse, Birel und Darrag liegen besinnungslos am Boden, Tarmor und Adran sind am Ende ihrer Kräfte, und der kleine und empfindliche Hexer läuft Gefahr, in die Angriffe des gegnerischen Magiers zu laufen. Der Graf hingegen wird scheinbar nicht als Bedrohung wahrgenommen und gar nicht erst angegriffen. Die beiden Geweihten erwehren sich so gut es geht ihrer Haut, und nach einem weiteren Zauber Squeechs liegen zwei weitere Gegner tot am Boden. Schon scheint sich das Kampfesglück den Freunden zuzuwenden, als der feindliche Magier mit seiner tiefen Stimme archaisch anmutende Worte ausruft. Kurz verharren alle Kämpfer, und einen Augenblick später beginnen sich die Leichen der drei bisher getöteten Soldaten zu erheben.
Umso heftiger tobt der Kampf danach weiter. Adran und Tarmor geraten in arge Bedrängnis, und der Golgarit verbraucht seine während der letzten Stunden regenerierten Kraftreserven, um die beiden Götterdiener auf den Beinen zu halten. Abermals gelingt es den Gefährten, allen voran Squeech, drei der Soldaten zu töten. Und abermals werden die Leichen durch den Magier in der dunkelroten Robe mit unheiligem Leben erfüllt, und kämpfen weiter. Ein harter Schlag mit einem Schwertknauf schickt Tarmor zu Boden. Lasse und tarmor downBenommen bleibt er liegen. Verschwommen nimmt er wahr, wie kurze Zeit später auch Adran in seiner schweren Rüstung auf den Boden kracht. Der Praiot spürt förmlich, wie ihm das Leben aus den Wunden rinnt.
Den letzten und sicherlich tödlichen Streich erwartend vernimmt Tarmor ein Rauschen um sich herum. “Golgari, breite Deine mächtigen Schwingen über uns aus und trage uns fort” murmelt er schon. Doch nicht der Bote Borons kommt über ihn, als eine Stimme aus seinem Inneren ihm zuflüstert:
“Erwecke mich! Labe Dich an meiner Kraft! Erhebe Dich, stärker und mächtiger als zuvor! Lass mich in Deinen Geist! Nimm mich in Deine Seele, so wie ich deine Seele in mich nehmen werde…” .
Er spürt ein warmes Pulsieren in seinem Inneren, das sich langsam in ihm ausbreitet. Noch kann er standhalten, doch wenn er und seine Gefährten hier und jetzt sterben war alles umsonst. Das Saatkorn des Blakharaz wird nicht zerstört werden, sondern sogar in die Hand des Feindes fallen. Schnell will er ein Stoßgebet zu Praios senden, doch es kommt nicht über seine blutverschmierten Lippen. Und dann ergibt sich Tarmor ganz der Macht des Saatkorns. Dunkle Wärme durchströmt seinen Körper, und er fühlt wie seine Arme und Beine wieder von Kraft erfüllt werden. Noch am Boden liegend pariert er den Hieb eines Soldaten, der ihn Augenblicke zuvor noch mit Sicherheit getötet hätte. Tarmor spürt regelrecht, wie die Wunden an seinem Körper sich nach und nach schließen und verheilen. Das Rauschen in seinen Ohren wird immer lauter. Ist es nur in seinem Kopf? Hören es die Anderen auch? Er weiß es nicht. Behende, als hätte ihn nie ein Schwertstreich getroffen, kommt er auf die Füße, und drängt den Angreifer mit einigen heftigen Hieben zurück. Nur seine Gegner können das Funkeln in seinen schwarz verfärbten Augen sehen. Schon kracht der nächste Zauber von Squeech zwischen die Gegner, und der Nächste geht zu Boden. Während Tarmor die Soldaten zurückdrängt und immer näher an den immer noch am Boden liegenden Lasse herankommt, hält Squeech den Magier in Schach. Adran down Derweil rückt auch der Graf einige Schritte vor, um im Notfall auch den bewegungsunfähigen Adran schützen zu können. Als Tarmor nah genug an den Thorwaler herangekommen ist versucht er, die göttliche Macht seines Herrn Praios zu nutzen, um Lasse wieder auf die Beine zu helfen. Voller Angst, der Gott könne ihm die nötige Hilfe wegen dem Einsatz des Saatkorns versagen, sendet er seinen Ruf zum Herrn der Götter. Und tatsächlich spürt er heftigen Widerstand, den er jedoch überwinden kann, und so rappelt sich Lasse wieder auf. Der Gott hat Tarmor also noch nicht ganz verlassen. Das verleiht ihm neue Kräfte, und zusammen gelingt es den drei Streitern, ihre Gegner niederzuringen. Der Magier kommt zum Glück nicht mehr dazu, die gefallenen Gefährten erneut von den Toten zu erheben. Nur wenige Minuten später liegen die Feinde in ihrem eigenen Blut am Boden.
Es ist ruhig rundherum. Keiner der Bewohner Harkens hat sich nach draußen getraut, und scheinbar sind keine weiteren Soldaten des Eisernen Zirkels im Ort geblieben. Langsam kommen die Gefährten wieder zu Atem.
Als Tarmor an sich hinabblickt sieht er die Quanione an seinem Umhang schlaff und dunkel verfärbt herabhängen.
Sie ist verwelkt!

Comments

Nu isses soweit! Hat ja nicht allzu lange gedauert, bis der Herr DemonMaster seinen Willen bekommen, und mein guter Tarmor das Saatkorn benutzt hat. Die Alternativen waren aber auch nicht so erquicklich! Das wäre nämlich mit ziemlicher Sicherheit ein TPK (inklusive Darrag und Birel, deren Spieler gar nicht dabei waren…) geworden – nur Squeech hätte eine Chance auf Flucht gehabt. Ausserdem wäre das Saatkorn in die Hand des Feindes gefallen, was ich persönlich so als worst case scenario betrachte. Deshalb ist weder mir als Spieler noch Tarmor als Charakter die Entscheidung wirklich schwer gefallen. Wat mutt, dat mutt!
Den Encounter selbst hat unzweifelhaft Squeech gerockt, der insgesamt wohl ein paar hundert Schadenspunkte ’rausgehauen hat. Lasse hat zwar auch ordentlich abgemosht, aber die Überzahl war einfach zu groß. Das hätte wahrscheinlich anders ausgesehen, wenn Adran und Tarmor ein wenig frischer in den Encounter gegangen wären. Aber die beiden Geweihten waren die ersten Runden viel zu sehr mit reinem Überleben beschäftigt, als das sie dem Thorwaler hätten helfen können.
Ich hoffe ja auf ein wenig Hilfe durch Tarlisin und vielleicht sogar Olorand, vorausgesetzt, ich kann die Beiden von der Wichtigkeit der “Mission Saatkorn” überzeugen… .

Eine folgenschwere Entscheidung
Praesi Praesi

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